Wir Express-Kurier*innen verlieren unsere Jobs, weil die Lieferplattformen an kriminogene Schein-Subunternehmen auslagern! Wie können wir das stoppen?

Das Lieferando Workers Collective (LWC) petitioniert für die direkte Anstellung von uns Express-Kurier*innen bei Lieferplattformen wie Lieferando, Wolt, UberEats & Co.

Die Bundesregierung (CDU, CSU & SPD) will Lieferplattformen nicht dazu zwingen, die Vergabe von Aufträgen an kriminogene Schein-Subunternehmen zu beenden!









Caroline Dressel, Professorin für Arbeitsrecht an der HTW Berlin, konstatiert, das System sei so konstruiert, dass Zoll- und Steuerbehörden kaum „durchsteigen“ könnten – Verantwortlichkeiten werden gezielt verwässert.

Dr. Veit Groß von der Gewerkschaft NGG: „Wir sehen schwere und zunehmende Misstände: Wir sehen vor allem ein strukturelles Problem nämlich Subunternehmerketten, die so verschachtelt und fluide sind, dass eine faktische Kontrolle nicht möglich ist.“

„Das deutsche Wirtschaftssystem hat ein Immunsystem gegen Ausbeutung und dieses Immunsystem besteht aus Gewerkschaften, es besteht aus Betriebsräten und es besteht aus staatlichen Kontrollbehörden. Die Konstruktion von hochkomplexen Subunternehmerketten, die sich ständig wandeln, dient dazu dieses Imunsystem außer Kraft zu setzen und es hat auch keinen anderen Zweck.

„Wenn ich als Gewerkschaft gar keinen klar identifizierbaren Arbeitgeber mehr gegenüber hab. Wenn die Verantwortlichkeiten zwischen Plattform und mehreren Subunternehmen zersplittern, dann sind Arbeitnehmerrechte nur noch theoretisch vorhanden. Dann gibt es vielleicht auf dem Papier Anspruch auf Mindestlohn, auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, auf Mitbestimmung, aber in der Realität gibt es keine Möglichkeit es durchzusetzen.“

„Aber hier sprechen wir über mehr als Tarifflucht. Sondern hier sprechen wir über das systematische Unterlaufen von gesetzlichen Mindeststandarts.“

WZB Forscher Patrick Feuerstein nennt den Wechsel von Lieferando zum Subunternehmermodell ein „absolutes Alarmsignal„.

Der dritte Fairwork-Studie zu Deutschland (2025) bewertete Uber Eats und Wolt mit 0 von 10 Punkten:

“Das Subunternehmermodell, wie es derzeit in der deutschen Plattformökonomie praktiziert wird, gewährleistet keine fairen Arbeitsstandards. In diesem Jahr erhielt keine Plattform, die mit Subunternehmen zusammenarbeitet, auch nur einen einzigen Punkt.”

„Durch das Ausbreiten „schäbiger Subunternehmen“ habe es im Vergleich zur ersten Studie von 2021 „krasse Verschlechterungen“ gegeben, sagt Patrick Feuerstein von Fairwork. Arbeitsverträge, Unfallversicherung oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall seien längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Deutschland stehe in Sachen Arbeitsbedingungen inzwischen selbst im Vergleich zu Indien relativ schlecht da, so Feuerstein.

Das Hugo-Sinzheimer-Institut (HSI) hat in zwei Gutachten die verfassungsrechtliche und EU-rechtliche Zulässigkeit des Direktanstellungsgebots bestätigt und eine Liste mit acht Kriterien aufgestellt:

Jedenfalls dort, wo diese Kriterien erfüllt sind, empfiehlt es sich aber, es auch einzusetzen.

„Direktanstellung statt Ausbeutung“

Ein Rechtsgutachten des Hugo Sinzheimer Instituts (HSI) zeigt:

Das Direktanstellungsgebot, das in der Fleischindustrie gegen prekäre Arbeitsbedingungen wirkt, lässt sich auch auf andere Branchen wie die Paketlogistik übertragen.

Es könnte ein wirksames Mittel sein, um ausbeuterische Subunternehmerketten zu durchbrechen und den Arbeitsschutz für besonders gefährdete Beschäftigte zu stärken.

Nicht zuletzt könnte dann auch Mitbestimmung effektiv ausgeübt werden, was in der Folge auch den Weg für Tarifverträge ebnen könnte.

Das Lieferando Workers Collective (LWC) ist die größte selbstorganisierte Vertretung von mehrheitlich migrantischen Kurier*innen in Deutschland. Bei Lieferando Berlin vertreten wir 1.500 Kurier*innen und auch viele bei Wolt, UberEats und immer mehr SCHEIN-Subunternehmen. 80% des deutschen LieferApp-Plattform-Geschäfts macht Lieferando. Das LWC vertritt circa 30% der Kurier*innen bei Lieferando. Über 90% der Bestellungen liefert Lieferando nicht selbst aus. Wir gehen davon aus, dass bald jede 2. Lieferando Bestellung in Deutschland, die Lieferando’s eigene Logistik ausführt, von einer Kurierin ausgeliefert wird, die direkt oder indirekt vom LWC unterstützt oder vertreten wird. Ihr bestellt, wir liefern!

Das Lieferando Workers Collective (LWC) ist die größte selbstorganisierte Vertretung von mehrheitlich migrantischen Kurier*innen in Deutschland. Bei Lieferando Berlin vertreten wir 1.500 Kurier*innen und auch viele bei Wolt, UberEats und immer mehr SCHEIN-Subunternehmen. 80% des deutschen LieferApp-Plattform-Geschäfts macht Lieferando. Das LWC vertritt circa 30% der Kurier*innen bei Lieferando. Über 90% der Bestellungen liefert Lieferando nicht selbst aus. Wir gehen davon aus, dass bald jede 2. Lieferando Bestellung in Deutschland, die Lieferando’s eigene Logistik ausführt, von einer Kurierin ausgeliefert wird, die direkt oder indirekt vom LWC unterstützt oder vertreten wird. Ihr bestellt, wir liefern!

Das Lieferando Workers Collective (LWC) ist die größte selbstorganisierte Vertretung von mehrheitlich migrantischen Kurier*innen in Deutschland. Bei Lieferando Berlin vertreten wir 1.500 Kurier*innen und auch viele bei Wolt, UberEats und immer mehr SCHEIN-Subunternehmen. 80% des deutschen LieferApp-Plattform-Geschäfts macht Lieferando. Das LWC vertritt circa 30% der Kurier*innen bei Lieferando. Über 90% der Bestellungen liefert Lieferando nicht selbst aus. Wir gehen davon aus, dass bald jede 2. Lieferando Bestellung in Deutschland, die Lieferando’s eigene Logistik ausführt, von einer Kurierin ausgeliefert wird, die direkt oder indirekt vom LWC unterstützt oder vertreten wird. Ihr bestellt, wir liefern!

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