Wir Express-Kurier*innen verlieren unsere Jobs wegen Outsourcing. Wie können wir das stoppen? Verbietet Schein-Subunternehmen!

Die Petition des Lieferando Workers Collective für die direkte Anstellung von uns Kurier*innen bei Lieferplattformen wie Lieferando, Wolt, UberEats & Co.

↓ 2026 LWC PETITION PUBLIKATION IN DEUTSCHLAND

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Start ab
01.04.2026

Unterschriften-Start:
01.05.2026

Start ab
01.05.2026

1. Verpflichtung zur direkten Anstellung von Kurier*innen bei plattformbasierten Lieferdiensten (Verbot des Einsatzes von Fremdpersonal in jeglicher Form als Expresskuriere)

2. Konsequente Umsetzung der EU-Richtlinie über Plattformarbeit, die das gleiche Schutzniveau wie bei einem direkten Beschäftigungs- verhältnis sicherstellt sowie eine strenge und umfassende gesamtschuldnerische Haftung ohne die Möglichkeit der Entlastung gewährleistet (Artikel 3)









Subunternehmen = ORGANISIERTE VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT

Lieferando, Wolt und Uber Eats beschäftigen ihre Kurier*innen nicht direkt – sie lagern diese Aufgabe an „Flottenpartner“ aus. Uber Eats hat seit dem Markteintritt keinen einzigen Kurier direkt eingestellt. Bei Wolt gibt es kaum noch direkt angestellte Kurier*innen. Lieferando hat seit Anfang 2025 mindestens 2.000 direkte angestellte Stellen abgebaut und plant für 2026 weitere Kürzungen.

Trotz der Auslagerung an Schein-Subunternehmen behalten die Plattformen die volle operative Kontrolle. Die Plattformen legen fest, wann die Arbeit erledigt werden muss. Sie legen die Lieferrouten fest. Sie überwachen die Leistung in Echtzeit. Die Arbeit wird streng von der Plattform kontrolliert, während die rechtliche Verantwortung auf Schein-Subunternehmen und das wirtschaftliche Risiko auf die Kurier*innen abgewälzt wird.

Die Plattformen kontrollieren die Arbeit. Aber sie vermeiden ihre Arbeitgeberpflichten. Wenn Behörden Ermittlungen anstellen, verschwinden die Schein-Subunternehmer. Das ist organisierte Verantwortungslosigkeit.

Subunternehmen = ORGANISIERTE KRIMINALITÄT

Das Lieferando Workers Collective (LWC) beschreibt die Subunternehmen als „kriminogenes Umfeld“ oder als mafiähnlich:

Die Schein-Subunternehmen bezeichnen sich oft als „Flottenmanager“. Meistens sind sie nur WhatsApp-Kontakte. Es gibt keine klare juristische Person. Die Kurier*innen wissen nicht, wer verantwortlich ist.

Manche Kurier*innen zahlen bis zu 500 € für Verträge. Andere müssen ihre Verträge „mieten“. Flottenmanager drohen und werden gewalttätig, wenn Kurier*innen sich beschweren.

Die Schein-Subunternehmen zahlen oft über Mittelsmänner in bar aus: keine Steuern, keine Sozialversicherungsbeiträge. Kein Mindestlohn. Kein Krankengeld. Kein echter Schutz.

Subunternehmen = KEINE VERBRAUCHERRECHTE

Lebensmittellieferungen erfordern Hygiene und einen sauberen Umgang. Die Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV) und die EU-Hygienevorschriften schreiben die Reinigung und Temperaturüberwachung von Transportbehältern vor.

Oft werden schlecht isolierte Liefertaschen an den Fahrrädern befestigt. Die Fahrräder werden im Freien abgestellt. Die Taschen werden selten gereinigt. Dadurch sind die Lebensmittelbehälter Witterungseinflüssen und Schädlingen (wie Ratten) ausgesetzt. Doch wenn die Zuständigkeiten verteilt sind, haben die Behörden keinen klaren Ansprechpartner für eine wirksame Kontrolle.

Plattformen lagern ihre Arbeitgeberpflichten an Schein-Subunternehmen und Sub-Subunternehmer aus, die verschwinden oder in Konkurs gehen, wenn Probleme auftreten.

Subunternehmen = KEINE ARBEITSRECHTE

Schein-Subunternehmen bieten keinen Mindestlohn, keinen Mindesturlaub, keinen Kündigungsschutz, kein Krankengeld, keinen Betriebsrat und keine Tarifverträge.

Der Fairwork-Bericht von Deutschland (2025) bewertete UberEats und Wolt mit 0 von 10 Punkten und stellte fest, dass „das Subunternehmermodell keine fairen Arbeitsstandards gewährleistet“.

Das LWC kennt kein einziges Subunternehmen, bei dem Mindestlohn, Mindesturlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Mutterschutz eingehalten werden.

Subunternehmen = KEIN DATENSCHUTZ

Kunden und Kurier*innen von Lieferplattformen haben so gut wie keinen Einfluss darauf, wie ihre Daten erfasst und genutzt werden. Die Plattformen überwachen Kurier*innen und Kund*innen ständig, auch wenn sie die App gerade nicht nutzen.

Zum Beispiel erfasst die „Scoober“-App von Lieferando pro Lieferung rund 39 Datenpunkte, darunter Standortaktualisierungen alle 15–20 Sekunden, was der Datenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg als „eindeutig rechtswidrig“ bezeichnete. In Italien verhängten die Behörden gegen Deliveroo eine Geldstrafe von 2,5 Millionen Euro wegen undurchsichtiger algorithmischer Überwachung und häufiger Standortverfolgung. Die niederländische Behörde verhängte gegen Uber eine DSGVO-Geldstrafe in Höhe von 290 Millionen Euro wegen der unrechtmäßigen Übermittlung sensibler Fahrerdaten in die Vereinigten Staaten.

Die Risiken erstrecken sich auch auf Kund*innen. Durch eine Datenpanne bei Gorillas im Jahr 2021 wurden über eine Million Bestelldaten offengelegt, darunter Namen, Adressen und Fotos von Hauseingängen.

Subunternehmen = SYSTEMVERSAGEN

Durch Schein-Subunternehmen können Plattformen ihre Verantwortung umgehen. Subunternehmer sind oft nur Strohmänner, wie ein Mann in Posen, der ohne sein Wissen als Wolt-Subunternehmer registriert wurde.

Gleichzeitig verschwinden die eigentlichen „Chefs“ hinter WhatsApp-Nummern. Wenn dein Chef eine WhatsApp-Nummer ist, hast du keine Rechte.

Kurier*innen und ihre Vertreter*innen haben wiederholt öffentlich auf dieses systemische Versagen in der gesamten Branche hingewiesen, zuletzt bei der Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Berliner Abgeordnetenhauses am 5. März 2026.

Rechtsanwalt Martin Bechert, der viele Kurier*innen vertritt, beschreibt Lieferdienste als „arbeitsrechtliches Versuchslabor“ mit einem „kriminogenem Umfeld“.

Caroline Dressel, Professorin für Arbeitsrecht an der HTW Berlin, konstatiert, das System sei so konstruiert, dass Zoll- und Steuerbehörden kaum „durchsteigen“ könnten – Verantwortlichkeiten werden gezielt verwässert.

WZB Forscher Patrick Feuerstein nennt den Wechsel von Lieferando zum Subunternehmermodell ein „absolutes Alarmsignal„.

Der dritte Fairwork-Studie zu Deutschland (2025) bewertete Uber Eats und Wolt mit 0 von 10 Punkten:

“Das Subunternehmermodell, wie es derzeit in der deutschen Plattformökonomie praktiziert wird, gewährleistet keine fairen Arbeitsstandards. In diesem Jahr erhielt keine Plattform, die mit Subunternehmen zusammenarbeitet, auch nur einen einzigen Punkt.”

Das Hugo-Sinzheimer-Institut (HSI) hat in zwei Gutachten die verfassungsrechtliche und EU-rechtliche Zulässigkeit des Direktanstellungsgebots bestätigt und eine Liste mit acht Kriterien aufgestellt:

Jedenfalls dort, wo diese Kriterien erfüllt sind, empfiehlt es sich aber, es auch einzusetzen.„”

Bernd Rützel (SPD):

„Eines betrifft sowohl Lieferdienste als auch die Fleischbranche – das kann man schon vergleichen –: Man kennt sich gar nicht mehr aus in dem Dickicht und weiß nicht, welche Subunternehmen und Strukturen dahinterliegen. Das hat mit Mitbestimmung zu tun. Das hat mit Arbeitsrechten zu tun, das hat aber auch mit Ausbeutung zu tun. Und vor allem hat es mit Schwarzarbeit und der Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben zu tun.

„Der Status als Arbeitnehmer ist entscheidend. Das ist wichtig. Das hilft den Menschen und ist zumindest ein erster Schritt. Ein Direktanstellungsgebot würde noch viel mehr helfen; da gebe ich euch recht.

Angelika Glöckner (SPD):

„Wenn vielen Menschen eine gute Anstellung versprochen wird, sie aber in der Realität etwas ganz anderes erleben, nämlich dass sie ohne Krankenversicherung, ohne soziale Absicherung, ohne Arbeitsschutz dastehen und statt einer fairen Bezahlung häufig nur einen Hungerlohn kriegen – wie wir gehört haben, oft noch nicht mal den –, dann ist das eine falsche Entwicklung. Da müssen und werden wir handeln.

„Es gibt nicht mehr die klassische Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zwischen Auftraggeber und demjenigen, der die Weisung erhält. Das ist eine Regelungslücke, die wir schließen müssen.“

Ich bin sehr dankbar, dass unsere Arbeitsministerin sich an die Seite der Essenslieferantinnen und -lieferanten gestellt hat und konkret gezeigt hat: Wir werden handeln. – Es ist richtig, dass sie sich in diesen Fällen zu einem Gebot der Direktanstellung bekennt.

Lisa Paus (Die Grünen):

„In der Branche der Plattformlieferdienste ist das Arbeiten ohne Arbeitsvertrag, ist der Einsatz von Scheinfirmen, ist Schwarzarbeit kein Einzelfall. Es ist System.“

„Kein einziger Plattformanbieter in Deutschland erfüllt auch nur die Mindestanforderungen zu internationalen Kernarbeitsnormen wie Mindestlohn und Arbeitsschutz.“

„Shiwani Sharma [wird] drei Monate lang kein Lohn gezahlt. Ihr Auftraggeber entpuppt sich als Briefkastenfirma, das Geld ist weg. Sie klagt dagegen, bekommt aber vor dem Berliner Arbeitsgericht nicht recht. Das ist ein Fall von Tausenden. Deswegen müssen wir endlich und dringend gesetzlich handeln.“

„Die Rider brauchen keine weitere Prüfung. Sie brauchen endlich ein Gesetz – und das jetzt!

Das Lieferando Workers Collective (LWC) ist die größte selbstorganisierte Vertretung von mehrheitlich migrantischen Kurier*innen in Deutschland. Bei Lieferando Berlin vertreten wir 1.500 Kurier*innen und auch viele bei Wolt, UberEats und immer mehr Schein-Subunternehmen. 80% des deutschen LieferApp-Plattform-Geschäfts macht Lieferando. Das LWC vertritt circa 30% der Kurier*innen bei Lieferando. Über 90% der Bestellungen liefert Lieferando nicht selbst aus. wir gehen davon aus, dass nach den Wahlen jede 2. Lieferando Bestellung in Deutschland, die Lieferando’s eigene Logistik ausführt, von einer Kurierin ausgeliefert wird, die direkt oder indirekt vom LWC unterstützt oder vertreten wird. Sie bestellen, wir liefern!

LIEFERANDO WORKERS

COLLECTIVE POWER!